Aktuell sind wir in einer recht gemischten Situation, in der keiner so richtig weiß, was auf einen zu kommt und wie man sich jetzt noch drauf vorbereiten kann.

Zur aktuellen Situation (16.03.2020):
In einigen Großstädten pausiert das öffentliche Leben, Deutschland macht drei Landesgrenzen dicht, unsere Regierung beschließt Hilfen für die Bürger und Bayern ruft den Notstand aus.

Folgende Fragen stellen sich den meisten gerade:

– Wie bereite ich mich jetzt (noch) darauf vor?
– Woher bekomme ich Informationen?
– Was passiert, wenn ich oder einer meiner Mitarbeiter positiv getestet wurden?
– Was kann ich tun, wenn die Verkäufe einbrechen?
– Wer kann mir weiterhelfen?

Da in den letzten Stunden bereits viele Berichte und Beiträge geteilt wurden, versuche ich die offiziellen Teile hier etwas kürzerzufassen und die Fragen, die sich allgemein stellen, so gut es geht zu beantworten. Wichtig ist hier: Die Antworten haben keine Rechtsgültigkeit! Sie stellen den Stand dar, der sich mir derzeit stellt und können, wenn du diesen Artikel liest, bereits veraltet sein.

Das Corona Virus Covid-19 ist die aktuelle Form des Coronavirus. Es gibt mehr als eins und es ist schon länger bekannt. Der bisher bekannteste Stamm war der SARS Virus Anfang der 2000er Jahre. Einige erinnern sich noch, einige haben da erst die Windeln befeuchtet. Es gibt massenweise Stumpfsinniges über Covid-19 was man unter dem Begriff #Fakenews zusammenfassen kann. Glaubt hier nicht alles, was euch über WhatsApp und in Aluhutposts mitgeteilt wird. Stichhaltige Informationen bekommt Ihr von den Seiten des Gesundheitsamts und des RKI (Robert-Koch-Institut).

Wie bereitet man sich also auf so etwas vor oder genauer, kann man sich darauf vorbereiten?
Nein, man kann sich nicht auf etwas vorbereiten, was bisher nur in Planspielen mal angedacht war. Man sollte sich hier eher mal allgemeiner vorbereiten. Unternehmer sollten wirtschaftlich denken und immer ein Worst Case Scenario durchgeplant haben. Bisher wurde gejammert, weil ein Lieferant mal schlechte Ware geliefert hat oder ein Marktplatz etwas umstellte. Der Begriff Problem wird in den heutigen Tagen neu definiert. Die generelle Vorgehensweise sollte sein, sich einen Plan zurechtzulegen, was man machen kann, wenn man nichts mehr verkaufen kann, wenn man keine Ware mehr bekommt und was passiert, wenn das Geld ausbleibt oder niemand arbeiten kann.
Wenn eine Krise erst einmal eingetreten ist, ist Vorsorge etwas spät dran. Nun möchte ich Euch nicht ohne neue Ideen lassen und werde Euch kurz schildern was sich bei mir getan hat.
Ich hatte für so einen Fall auch nicht vorgesorgt aber mache das beste daraus. Glücklicherweise hat sich bei mir einiges an Ware angesammelt und ein Teil meiner Produkte kommt direkt aus Deutschland. Solange also diese Lieferanten nicht den Betrieb einstellen müssen, habe ich zumindest einen Teil der Ware, die ich für den Verkauf benötige. Ein Teil meiner Produkte beziehe ich aus China, hier kann ich Euch aber zumindest schon etwas entwarnen, ich habe gerade erst eine Lieferung per Luftfracht bekommen, es geht also noch. Für ein anderes Projekt, dass ich dieses Jahr starten wollte, wird es allerdings nicht reichen, da die Frachten im Containerbereich etwas zu stark angestiegen sind. Zum Ausbruch der Pandemie wurde meine Frau (Chinesin) leicht panisch und es steigert sich derzeit etwas zu sehr. Wir haben uns einen kleinen Notvorrat an Schutzmasken zurechtgelegt, für den Fall der Fälle. Nein es ist nicht viel, sondern eher genug, dass eine Person damit zwei Wochen auskommen kann. So wie es sich gerade darstellt, wäre eine Bevorratung für 2 Monate wohl sinnvoller gewesen. Aber ohne meine panische Frau hätte ich gar nichts zuhause.
Heute ist es nun passiert und unser MP hat den Notstand ausgerufen: Freizeitmöglichkeiten sind geschlossen, Restaurants werden eingeschränkt, viele Einzelhandelsgeschäfte müssen schließen, Schulen und Kitas sind bereits bis Ende April zu.

Eine der wenigen Ausnahmen ist der Onlinehandel. Hier darf weiterhin gearbeitet werden. Was Ihr nun aber beachten solltet, ist den laufenden Betrieb sicher zu stellen. Habt Ihr Mitarbeiter, dann sorgt für Desinfektionsmittel. Könnt Ihr keine kaufen schaut auf die Seite der WHO, hier wird Euch erklärt wie man ein Einfaches herstellt. Händewaschen ist nun PFLICHT! 30 Sekunden sollte wirklich jeder hinbekommen und das am besten mehrmals am Tag. Langt Euch mit den Pfoten nicht ins Gesicht und wenn Ihr niesen müsst dann bitte in die Armbeuge und danach… wieder Pfoten waschen!
Solltet Ihr Erkältungsmerkmale feststellen, nehmt das bitte ernst! Sollte Euch bei einem Mitarbeiter etwas Derartiges auffallen, geht proaktiv vor und schickt ihn nach Hause! Versucht seinen Arbeitsplatz zu reinigen. Euer Gesundheitsamt unterstützt Euch hier! Nutzt zur Not eine UV-Lampe. Diese können (nicht müssen) Keime und Viren abtöten. Wenn Ihr bei Amazon oder eBay seid, schickt genug Ware ins FBA Lager um puffern zu können. Mindestens eine Woche vom Nötigsten, was immer gekauft wird. Wenn Ihr allein seid und Kinder habt, die nun zuhause betreut werden müssen, fragt Händlerkollegen ob die Euch beim Versand helfen können. Ich selbst habe eine Kollegin in der Bürogemeinschaft auf, die das zutrifft. Ich mache gerne Ihren Versand mit, wenn ich hier helfen kann. Wird halt eine Weile mehr gearbeitet.

Wenn Euch als Händler die Quarantäne trifft und Ihr den Versand im eigenen Haus habt, stellt Euch darauf ein, dass Ihr nicht weiter versenden dürft. Hier würde seitens des Gesundheitsamts ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen werden. Wenn Ihr dagegen verstoßt, könnt Ihr Euch auf drakonische Strafen einstellen und schon mal mit einer Privatinsolvenz auseinandersetzen.

„Ein Verstoß gegen das Tätigkeitsverbot ist auch bei Fahrlässigkeit strafbar; daneben macht sich auch die verantwortliche Person auf der Seite der Lebensmittelunternehmer, die diese Person so und damit unter diesen Gesundheitsrisiken tätig werden ließ, strafbar. Wurden dadurch die entsprechende Krankheit oder Krankheitserreger verbreitet, sind sie zu mindestens drei Monaten Freiheitsstrafe zu verurteilen. Der Person, die eine Person ohne Bescheinigung beschäftigt oder diese Bescheinigung nicht an der Betriebsstätte verfügbar hat, droht ein Bußgeld; ebenso der dort tätigen Person, die bestehende oder entstehende Gründe für ihr Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot nicht pflichtgemäß mitgeteilt hat.“ Quelle Wikipedia

Jeder, der durch Eure Schuld infiziert wurde, hätte Schadensersatzansprüche Euch gegenüber! Seid also hier bitte übervorsichtig.

Was könnt Ihr also machen?
„Homeoffice“ ist weiterhin gestattet. Für Virenübertragungen am Computer gibt es Kaspersky 😉
Ihr könnt auch in der Krise am Unternehmen arbeiten. Jeder Unternehmer sollte einen groben Jahresplan haben. Was könnt Ihr also in der „freien“ Zeit unternehmen? Produktbeschreibungen optimieren, Webshop verbessern, Social Media vorbereiten, weiterbilden. Wenn es einen Unternehmer trifft, ist dieser nicht allein! Ihr habt eine große Community und Ihr habt auch Kunden. Wenn Ihr bereits eine Infektion habt, könnt Ihr damit genauso proaktiv umgehen! Eure Kunden werden es eh irgendwann erfahren also warum nicht etwas aktives Marketing betreiben. Von Floerke hat mit aktivem Marketing einiges erreicht. Ihr solltet hier allerdings eher Abstand vom Alkohol nehmen, der ist bei einer Grippe nicht hilfreich.
Ihr könnt auch das Wissen nutzen, dass Ihr bereits habt, um anderen zu helfen. Jeden Tag wollen frische Unternehmer das „Onlinegold“ heben und suchen händeringend andere Unternehmer, die sie vor Anfängerfehlern bewahren. Ihr könnt auch anderen Unternehmern helfen die Angebote zu verbessern oder Euch mal andere Märkte anschauen um hier nach der „Freizeit“ mit mehr Power durchzustarten.

Wir haben nun die ersten 4 Fragen bereits beantwortet und kommen nun zum trockenen Teil.

Wer kann euch weiterhelfen?

In einer Krise lernt man eng zusammen zu stehen. Es wurden bereits Hilfsprogramme gestartet und gut ausgestattet. Ihr müsst sie nur nutzen.
Da gäbe es einmal die KfW Programme:

„ERP-Gründerkredit-Startgeld“ – gedacht für kleine Unternehmen, die nicht älter als 5 Jahre sind, unter 50 Mitarbeiter haben und weniger als 10 Mio. Bilanzsumme aufweisen.
Wie viel? Bis zu 100.000€ pro Firma. Rückzahlung innerhalb von 10 Jahren, Tilgungsfreie Zeit 1-2 Jahre je nach Summe.

„Akutkredit (Fördergebiet Bayern“ – Mittelständler ohne Freiberufler – gedacht zur Umschuldung kurzfristiger Verbindlichkeiten, Betriebsmittelinvestitionen usw.
Wie viel? Maximal 2 Mio.

„Universalkredit (Fördergebiet Bayern)“ – Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 500 Mio. UND Freiberufler – gedacht für Investitionen, Warenbeschaffung, Betriebsmittel sowie Umschuldung kurzfristiger Verbindlichkeiten.
Wie viel? 25.000€ – 10.000.000€

Das ist nur ein kleiner Auszug aus den Möglichkeiten der KfW. Für die anderen Bundesländer gibt es teilweise bereits eigene Fördergebiete. Bitte fragt hierzu umgehend bei der Hausbank nach.

Was gibt es noch?
Steuerstundungen für die Gewerbe und Körperschaftssteuer. Evtl. auch für Sozialabgaben. Was genau in eurem Fall möglich ist, weiß euer Finanzamt oder der Steuerberater.

„Soforthilfe Bayern“ – Die Staatsregierung kündigt ein Hilfspaket in Umfang von bis zu zehn Milliarden Euro an. Soforthilfen sollen i. H. v. 5.000 € bis 30.000 € für Unternehmen, die von der Schließung betroffen sind, gezahlt werden. Wer Soforthilfen beantragen möchte, muss sich bei der Wirtschaftsförderung der zuständigen Bezirksregierung melden.

Andere Bundesländer werden hier entsprechend nachziehen! Eure IHK hilft euch hier gern weiter.

„Kurzarbeitergeld“ – oft thematisiert wurde es hier erleichtert. Ein Arbeitsausfall liegt nun bereits vor, wenn 10% der Beschäftigten betroffen sind. Die Sozialbeträge sollen hier zu 100% erstattet werden. – Dies ist derzeit noch nicht voll umgesetzt. Für genaue Fragen ruft beim örtlichen Arbeitsamt an und lasst euch alles genau erklären. KuG kann NUR mit dem Einverständnis des Arbeitnehmers beantragt werden!

Ich gehe davon aus, dass Ihr jetzt auch Fragen haben werdet. Wendet Euch an die entsprechend benannten Stellen. Wenn Ihr nicht weiter wisst, geht offen auf eure Kollegen zu. Bevor ein Lieferant mahnt, informiert ihn und sucht das Gespräch. Bleibt gesund!

Ihr findet hier einige Links zu entsprechenden PDF, die uns von ETL Auditax zur Verfügung gestellt wurden:

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KuG Antrag

Autor:
Ein großer Dank für diesen Blogartikel geht an Sebastian Krötzsch von www.druckzeug.de