Michael Atug auf Tuchfühlung mit den zwei Köpfen von Ankerkraut

Michael Atug auf Tuchfühlung mit den zwei Köpfen von Ankerkraut

Seit 2013 legen Anne und Stefan Lemcke eine rasante Erfolgsstory hin.

Michael Atug spricht mit den Gründern von Ankerkraut. Eine Geschmacksmanufaktur und Experten für Gewürze und Gewürzmischungen. Die sympathischen Hamburger haben sich viel Zeit genommen und über ihren Werdegang, Erfahrungen, „Die Höhle der Löwen“ und ihren Strategien im Onlinehandel erzählt. Wenn die beiden über Ankerkraut reden, dann sprüht die Leidenschaft und Begeisterung für ihre Firma und Produkte. Bei jeder Antwort, jedem Satz, schwingen liebevolle Emotionen mit und das ist ansteckend. Das Powerduo macht gute Laune und Michael Atug hat ein wertvolles und persönliches Interview führen können, bei der das Ehepaar sich viel Zeit für Details genommen hat.

 

Die erste „Kontaktaufnahme“ mit Gewürzen und Kräutern, entstand, als Stefan mit seinen Eltern (Entwicklungshelfer) in Tansania, Afrika gelebt hat. Durch diese Aufgabe waren sie lange Zeit in unterschiedlichen Regionen unterwegs und das konnte ab und an für ein Kind bzw. Jugendlichen (ohne Facebook und Smartphone) langweilig sein. Also heftete sich der Junge an die Fersen vom Koch, der für die Helfer und Familien sorgte. Stefan begleitete ihn auf die Märkte, sog die Aromen, Gerüche und Farben auf. Er lernte, wie aus wenigen Zutaten das beste rausgekitzelt werden kann. Wie sich frische Gewürze definieren, wie man sie anwendet, und ihm wurde früh bewusst, dass wunderbare Ingredienzen mit Respekt und Wertschätzung behandelt werden müssen.

All diese wertvollen Erfahrungen und Kenntnisse bildeten 2013 bei der Firmengründung die Basis für Ankerkraut.
Der Name kam Stefan übrigens mitten in der Nacht, wie ein Geistesblitz und sollte eigentlich als Produktname für ein Gewürz eingesetzt werden. Aber als Firmenname? Dieser Gedanke gefiel ihm überhaupt nicht. Er empfand den Titel als zu rau, derbe und hatte Bedenken, dass eventuelle Haschisch-Joint-Fans ihre Gewürze fehlinterpretieren könnten. Anne hatte sich sofort in den Namen verliebt und war so begeistert, dass sie ihren Mann mit Charme und Argumenten davon überzeugen konnte, ihr Recht zu geben. Damit war die (sehr gute) Entscheidung gefallen.
Die nächste geniale Entscheidung betraf die Erweiterung ihres Bekanntheitsgrads und die Werbetrommeln anzukurbeln. Anne und Stefan setzen am Anfang einen großen Fokus auf BBQ Gewürze. Zu diesem Zeitpunkt steckte die große Grillleidenschaft in Deutschland noch in den Babyschuhen, gewann aber von Woche zu Woche immer mehr Anhänger. Genau hier klinkten sich die Firmengründer ein und arbeiteten mit Bloggern, Influenzern und Facebook-Gruppen zusammen, die stark in der Grill-Gemeinde involviert waren. Auf der einen Seite konnten sie sofort auf Wünsche und Vorlieben reagieren und auf der anderen hatten sie eine rasant wachsende Kundenzahl und Popularität.
2016 kam das RTL Event „Die Höhle der Löwen“ und sie konnten Frank Thelen als Investor gewinnen. Was damals als reine Geschäftsbeziehung angefangen hat, hat sich bis heute zu einem wertvollen und beinahe freundschaftlichen Verhältnis aus- und aufgebaut. Beidseitig.

Wo steht Ankerkraut heute?
Auf Facebook begeistern sie ca. 200.000 treue Fans und ihre Ankerkraut Community erfasst über 24.000 Mitglieder.
Ihre Gewürze und Mischungen sind in den großen Supermarktketten wie EDEKA und REWE erhältlich, Kooperationen mit Baumärkten, Metzgern und Partnern aus dem Bereich Geschenkartikel laufen und das erste stationäre Ladengeschäft ist in Hamburg eröffnet worden.
Das Thema Multi-Channel bzw. Omni-Channel sehen sie zu hundert Prozent wie Michael Atug. Breit aufstellen und sich nicht auf eine Plattform verlassen. Anne und Stefan Lemcke vertreiben über ihren eigenen Onlineshop, Amazon, eBay und intensivieren B2B Möglichkeiten.

Im Moment zählt die Gewürzmanufaktur ca. 100 Mitarbeiter. Dieses Wachstum bedeutet für das Ehepaar und Eltern von zwei Kindern ihre Organisation und gewisse Denkweisen zu ändern und zu erweitern. In den letzten Monaten haben sie sich gezielt mit dem Thema Mitarbeiterführung, Coaching und das Verteilen/Abgeben von Verantwortung beschäftigen müssen. So ist eine neue Struktur und weitere Positionen geschaffen worden, um einzelne Handlungsabläufe und Sektionen zu optimieren.

Egal, welche Änderungen noch anstehen werden, für Anne ist der Team Spirit in der Firma und das Feedback und Austausch mit den Kunden das Fundament und wichtiger Bestandteil von Ankerkraut. Wenn sie auf Facebook die Kommentare, Kritiken und Anregungen beantwortet, dann nimmt sie das sehr ernst. Wünsche zu Verpackungen und Gewürzkreationen sind bereits umgesetzt worden und auch der Vorschlag von einem Kunden, bei einem geplanten Gewinnspiel der Umwelt zu Liebe auf Luftballons zu verzichten, wurde realisiert.
Anne und Stefan Lemcke brennen für ihre Marke. Bei all dem Erfolg sind sie bodenständig geblieben und pflegen eine gute und gesunde Beziehung zu Mitarbeitern und Kunden.
Und was machen die beiden, wenn sich die Auftragslage zuspitzt? Dann krempeln sie die Ärmel hoch und stellen sich an den Packtisch.

 

Author: Nicki Ahlgrim
Texter, Autor, Wortverdreher

Sie schreibt Klolektüren (Kurzgeschichten mit Wumms), sie kann Artikel (ironisch, provokant, ohne, dass die Kernaussage und Infogehalt dabei flöten gehen), befüllt geschickt und fesselnd Websites (es wird alles gelesen, keiner klickt weg) und kreiert Headlines/Slogans (die sich ins Gedächtnis brennen).
Ihr Schreibstil ist extrem, anders und sympathischerweise normabweichend. In ihrem Brockhaus fehlen „langweilig“, „normal“ und „seriös“. Diese Seiten wurden präzise rausgerissen.
Ein bisschen mehr privates, geschäftliches, Textbeispiele und ein veraltetes Foto gibt es hier: www.chaos-life.de

Michael Atug vs. Oliver Pocher – Opening auf der Net&Work 2019

Michael Atug vs. Oliver Pocher – Opening auf der Net&Work 2019

Das heiß begehrte und langersehnte Video vom sympathischen Schlagabtausch zwischen Oliver Pocher und Michael Atug ist da.

Ganze dreißig Minuten haben sich die beiden über E-Commerce, Promiklatsch und Digitalisierung unterhalten, Gemeinsamkeiten entdeckt und den Besuchern der Net&Work E-Commerce Messe 2019 in Frankfurt eine erstklassige Show geboten.

Über 1.000 Messebesucher lauschten der Eröffnungsshow mit dem einstigen VIVA Moderator. Diese Zeit hat Oliver Pocher hinter sich gelassen und ist respektabler Weise erwachsener geworden, hat aber weder an Bissigkeit noch an originellem Humor eingebüßt.

 

 

Sogar die eingefleischten Skeptiker und Kritiker, gaben zu, dass sich der TV-Star gut auf die Thematik Onlinehandel vorbereitet hatte und waren von seiner Bodenständigkeit und reflektierten Meinung beeindruckt.
Bestimmt haben einige erwartet, dass der schlagfertige Entertainer das Publikum und die Bühne im Alleingang an sich reißen, das Ding rockt und Michael Atug nicht mehr zu Wort kommen würde. Weit gefehlt.

Die beiden haben sich die Bälle gekonnt zu gespielt und Michael hat mit gezielten Fragen interessante Ansichten rausgekitzelt. Er ist professionell auf seinen Gast eingegangen und konnte pointiert witzige Retourkutschen liefern. Es war ein harmonisches Zusammenspiel, als hätten die beiden schon des Öfteren zusammen auf der Bühne gestanden.

 

 

Oliver Pocher hat vielen aus der Seele gesprochen, und eine gesunde Bodenständigkeit bewiesen. Er gab zu, dass er gerne Ladengeschäfte und Fachhändler unterstützen möchte, aber wie viele andere Kunden, ebenso günstige Preise, schnellen Service und das vielfältige Angebot im Internet bevorzugt. Trotzdem wünscht er sich mehr Transparenz im Onlinehandel, persönliche Kommunikation und Kontaktpflege.

Er sieht und beurteilt die Situation von Plattformen mit einer Monopolstellung sehr kritisch und gefährlich. Nicht nur AMAZON, sondern ebenfalls bei Google oder Facebook.

Michael Atug scheut sich nicht detailliertere Fragen zu stellen und sein Sparringpartner scheut sich nicht davor, alle zu beantworten. Intelligent, weitsichtig und sehr ehrlich. Seiner Ansicht nach, ist z. B. die Digitalisierung ein Lebensumstand, der noch nicht perfektioniert ist, aber mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt. Die Menschen sollten ihn nicht ständig verteufeln, sondern sich mehr damit auseinandersetzen und intelligent nutzen.

 

 

Das Bühnenprogramm war ein absolutes Highlight auf der Net&Work. Mit zwei gleichstarken Persönlichkeiten, die sich perfekt ergänzt haben.
Wollt Ihr wissen, welche Anekdoten Oliver Pocher ausgepackt hat?
Welche privaten Geschichten der aktuelle “Let’s Dance” Star Preis gegeben hat?

 

Hier ist das Video:

Video mit Michael Atug vom Panel der INTERNET WORLD EXPO 2019

Video mit Michael Atug vom Panel der INTERNET WORLD EXPO 2019

Ein Resümee vom Panel: Online-Marktplätze aus Händlersicht

Hier gibt es ein Recap und Live Video von der Gesprächsrunde aus München, der INTERNET WORLD EXPO 2019.
Drei Experten diskutieren über die Vor- und Nachteile für Onlinehänder auf den unterschiedlichen Marktplätzen. Eine
spannende und informative Runde, mit viel Input.

Die drei Gesprächspartner und Info-Lieferanten sind:

  • Michael Atug, CEO von MAW und Betreiber von „Multichannel Rockstars“
  • Stephanie Oppitz, Gründerin WindelManufaktur, Gewinnerin von Amazons „Unternehmerinnen der Zukunft“ 2017
  • Oliver Lucas, GF von ecom consulting GmbH, Unternehmensberatung

 

Nach wenigen Minuten war klar: Das Thema „Wie glücklich machen Amazon, eBay und Co. ihre Verkäufer“ hätte ein ganzes Abendprogramm füllen können.
Es gibt zu viele Variable, subjektive Erfahrungen und eine Vielfalt an Produkten, die (Miss)Erfolge auf einer Verkäuferplattform bestimmen können.
Die erste Frage an Michael Atug „Was die beste Plattform für den Onlinehändler sei“ wird auch dementsprechend von ihm beantwortet, dass es von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist.
Fakt ist, dass für die meisten Onlinehändler Amazon an erster Stelle steht und sie damit den größten Umsatz bestreiten. Aber die Artikel und/oder der Service bzw. die Zusammenarbeit mit dem Betreiber, sind wichtige Aspekte, wie und warum ein Händler eine Plattform für geeignet oder weniger geeignet hält.

Stephanie Oppitz ist Amazon Seller und betreibt ihren eigenen Onlineshop. Sie betont, dass diese zwei Vertriebswege für ihre Produkte perfekt sind. Hier hat sie die Möglichkeit detailliert in Bild und Text auf ihre Artikel einzugehen und kann eine persönliche Kundenbindung aufbauen.

Für sie ist eBay z. B. keine Option. Die Möglichkeit der Präsentation schränke sie ein und ihre High-End Produkte finden nicht das gewünschte Klientel. Das konnte Oliver Lucas bestätigen und berichtete, dass laut einer Umfrage von 160 Händlern einige Artikel bei Amazon floppen, aber dafür bei eBay der Hit sind. Das unterstrich ganz klar, dass es keine Geheimformel bzw. allgemeine Lösung für einen perfekten Marktplatz gibt.

 

Was nun? Wie lautet die Antwort? Mal alles ausprobieren?

Basierend auf seinen langjährigen Erfahrungen, engem Kontakt zu einzelnen Betreibern und intensivem Beobachten der unterschiedlichen Märkte, legt Michael Atug jedem Onlinehändler ans Herz:

„…Multi-Channel-Marketing! Verlasst euch nicht auf einen Anbieter. Im Moment ist für die meisten Amazon die Nummer Eins. Aber das kann sich in einer Sekunde ändern. Es gibt keine Planungssicherheit.
Immer in mehreren Märkten positionieren. Und ja, ausprobieren (rakuten, real, otto.de etc.), das kann vor einem kompletten Ausfall der Einnahmen schützen, wenn ein Account dicht gemacht wird. Kombiniert Onlineshop und/oder verschiedene Marktplätze…“.

 

 

 

Der Gründer von ecom consulting GmbH Oliver Lucas hatte ebenfalls wertvolle Denkanstöße für die Zuschauer. Seine Statistik belegt, dass über 40% der Onlinehändler keinen Webshop haben, also noch Möglichkeiten und Ressourcen offen sind, um sein Geschäft zu stabilisieren und zu ergänzen.

Des Weiteren machte er auf das Problem aufmerksam, dass es bisher kein Tool für die Auswertung der verschiedenenen Marktplätze gibt. Das bedeutet, dass via Excel eingetragen und analysiert werden muss. Ein zeitaufwendiger Prozess.
Das Panel hat deutlich gemacht, wo es Nachholbedarf im System und Service der Plattformbetreiber gibt, hat aber ebenfalls klare und professionelle Ansätze geliefert, wie die Onlinehändler ihr Geschäft kräftigen können und wiederholt darauf hingewiesen, nicht eingleisig zu fahren.

Hier könnt Ihr Euch das komplette Video anschauen:

 

Bildnachweise: Internet World EXPO 2019 am Dienstag (12.03.2019) in München. Foto: Marc Müller/dedimag/InternetWorldEXPO

Von 0 auf 1000 – Dann Ende – Und jetzt?

Ein Gastbeitrag von:

Attila Eördögh, wohnideenshop GmbH

Ich wurde gefragt, etwas über meine Erfahrung im Onlinehandel der letzten 14 Jahre zu schreiben. 14 Jahre zusammenzufassen ist schwierig.

Mit eBay fing alles an, das war der Startschuss. Ich bin mit 100,- EUR ins Kaufland gegangen, habe verschiedene Artikel eingekauft, dann verkauft und mein Nebengewerbe angemeldet. Das gefiel mir. So wollte ich gewerblich Geld verdienen.
Der nächste Schritt war unterschiedliche Messen zu besuchen und da bin ich in Frankfurt gelandet. Dort fragte man mich, was ich mache und ich antwortete „ Ich habe einen Onlineshop“ – „Was ist das?“. Aus irgendeinem Grund habe ich damals gedacht, ich müsste es verheimlichen, weil es noch nicht so bekannt war.
Nach 2 Jahren auf eBay recherchierte ich und fragte bei Amazon an, ob ich etwas verkaufen kann. Man sagte mir, dass man noch nicht so weit ist, ‘würde aber eine Ausnahme machen’. Ich meldete mich an und verkaufte.

Total naiv und mit null Erfahrung erhielt ich die erste Abmahnung wegen fehlender AGBs. Na gut, habe ich bezahlt und weiter ging es. Es funktionierte. Sehr wenige Verkäufer und man konnte alles in kurzer Zeit verkaufen. Die Umsätze kletterten ohne Ende. Bin aus der Wohnung in eine Halle gezogen, habe Mitarbeiter eingestellt und bei vielen Lieferanten in Deutschland und Europa bestellt. Ich habe über 30 Tausend Artikel im Monat verkauft. Es vergingen 5 Jahre und 3 Abmahnungen und Anzeigen von privaten Kunden und angeblichen Konkurrenten, mit ständigen Gerichtsverhandlungen. Hier stellte ich mir die Frage: Wo führt das alles mal hin?
Amazon zahlt keine Steuer und Abgaben, erhält Provisionen und behauptet, es wäre kein Geld übrig. Sollte ich das glauben? Was läuft da? Ich verglich Amazon mit eBay, Google, Facebook. Es endete immer mit dem Ergebnis, dass Amazon eines Tages der Gewinner sein würde. Jedes Mal, wenn ich Geld übrig hatte, kaufte mich bei Amazon ein. Das war das Beste in meinem Leben.

Vor ca. 3 Jahren hatte ich meinen besten Monat. Viele Artikel auf der ersten Seite gelistet und ein Artikel Stand von 500.000 Badartikeln auf Platz 1.
Dann klingelte das Telefon und Amazon rief an. Warum ging ich nur an dieses Telefon?!?!
Ein Mitarbeiter wollte, dass ich den Artikel an Amazon abgebe, aber ich lehnte es ab und am nächsten Mittag war ich gesperrt. Nach 3 Monaten wurde der Shop wieder frei gegeben und Amazon meinte, es wäre ein Versehen gewesen. Das Arbeitsamt zahlte Kurzarbeitergeld, was uns zusteht bei einer Sperrung. Aber es war vorbei. Ich war überall nicht mehr vorne gelistet und ich entschied mich dafür alles runter zu fahren.

Eine Abschaltung geschieht meistens aus dem Grund, dass ein Verkäufer kleingehalten werden soll. Ein Verkäufer oder Lieferant darf nur so lange groß werden bzw. bleiben, wie Amazon an ihm Anteile hält. In Indien kauft sich dazu Amazon bei vielen ein und übernimmt Anteile, was die Regierung zum 1. Februar gesetzlich verändert hat. Danach kamen die Verkäufer aus dem Ausland und es wurde noch weniger. Ich probierte alles aus, die Lieferung an Amazon Prime und als Vendor, aber ich konnte nie wieder die früheren Umsätze erzielen. Ich wusste: Die Zeiten sind vorbei. Ich hatte eine Marke, eigene EANs und Produkte, die andere nicht hatten, aber wenn Amazon nicht möchte, dass du viel verkaufst, dann ist es vorbei.

Zu dem Thema Vendor:

Bei jedem sechsten Paket, was ich an Amazon schickte, wurde dort behauptet, dass Artikel im Karton fehlen würden. In Indien muss daraufhin erst mal Widerspruch eingelegt werden. Das nervte so sehr, dass ich damit aufhörte und mich fragte, wieso das alle Lieferanten mit machten. Auf der Messe sagten mir einige, dass Sie von Amazon mehr Geld verlangten, um das wieder rein zu holen. Als Lieferant erfuhr ich, dass das Porto auf den Artikelpreis gerechnet wird und die Prime Gebühr eine Service Gebühr ist und Amazon das Geld nicht für das Porto verwendet, sondern 30% vom Preis als Gewinn kalkuliert.

Wie? 30% und bei bald 300 Milliarden Umsatz fast kein Gewinn? Wo geht das Geld hin und wer profitiert von diesem Unternehmen, fragte ich mich.
Nebenbei las ich alle Nachrichten von Amazon aus der ganzen Welt, um zu wissen, was kommt. Amazon hat mit Prime (nun über 100 Millionen Mitgliedern) und Alexa etwas geschaffen, was kein anderer Mitbewerber hat. Amazon hat alle abgehängt und keiner hat die Chance zu konkurrieren.

Mit den 30% , die übrig bleiben, wird etwa jeden Monat eine Firma aufgekauft, sich daran beteiligt, Lagerhäuser gebaut und in die Entwicklung gesteckt. Bezos sagte, im nächsten Jahrzehnt machen wir Kasse. Ich lasse mich überraschen. Der Einzelhandel, die Großhändler und Verkäufer auf Amazon sind die Verlierer.
Herr Kleber von Amazon in Deutschland hat die Aufgabe gehabt zu Weihnachten 2018 den Umsatz um 20% zu erhöhen. Falls die Käufer nicht mehr ausgeben, werden Verkäufer gesperrt. Und wenn Amazon 30% netto verdienen möchte und die Verkäufer 15% Provision bezahlen, dann ist das zu wenig. Aber wer einlagert und für Werbung mehr ausgibt, darf weiter machen. Ich werde aber nicht gegen Prime werben.

Ich hatte auch mal was in einer facebook Gruppe über Amazon geschrieben. Folge: Ich wurde in dieser Gruppe gesperrt und bei amazon gesperrt. Wer da wohl mit liest!?
Die Politik und das Kartellamt in Deutschland wird nichts gegen Amazon unternehmen, mal sehen wo die Reise hingeht. Beinahe aufzuhören, war meine schwerste Entscheidung in meinem Leben, aber es war richtig.

Es sollte jeder aufpassen, keine Schulden zu machen und immer für die Sperrung oder den Absprung vorbereitet zu sein.

Net&Work 2019 Recap

Net&Work 2019 Recap

Ein ganz normaler Tag – SICHER NICHT

 

Der Händlerbund und Michael Atug haben es geschafft.
Sie haben geplant, malocht, geschwitzt und eine Riesenshow auf die Beine gestellt. Am 16.02.2019 war in Frankfurt „The Squaire“ die Hölle los.

Oliver Pocher (die Alten ab 47 kennen ihn vom Musiksender VIVA) hat die Messe eröffnet. Mehr als 1.000 Zuschauer haben sich die Show nicht entgehen lassen und konnten sich davon überzeugen, wie der Fernsehstar einen genialen Mix aus E-Commerce und Unterhaltung hingelegt hat.

     Selbst die härtesten und kritischsten Nörgler haben zugegeben „…Der war klasse – hat mich überrascht – hat sich super auf das Thema eingelassen und vorbereitet – perfekter Start…“.

 

Dann ging es los:

– 140.000. m² Ausstellungsfläche
– 4 Themenwelten
– 60 Referenten
– 70 Aussteller
– 12 Catering Areas

Da hatte jemand mitgedacht. Jeder Besucher hat gleich zur Begrüßung ein Headset in die Hand gedrückt bekommen und konnte die Vorträge angenehm aus der hintersten Reihe oder zwanzig Meter Entfernung verfolgen.

Jeder Speaker war bis ins Detail vorbereitet, hat die Infos rausgehauen, ist auf kritische Aspekte eingegangen und hat eloquent mit Showmaster Qualitäten die Händler begeistert. Die Sitzplätze waren immer ruckzuck weg und viel fragten nach einer längeren Redezeit.

Ganz großes Kino.

 

 

   Nun ging es zu den Ausstellern der 4 Themenwelten.

Der Ausstellungsbereich war super strukturiert und organisiert und hat ein Gesamtpaket über Logistik, Online-Marketing, Shopsysteme und Payment geboten.
Alle Fragen, egal ob von einem Frischling oder erfahrenen Onlinehändler, wurden beantwortet. Es wurde fachmännisch beraten, aufgeklärt und über aktuelle Veränderungen und nackte Tatsachen informiert.

 

Apropos -nackt-…

Der Organisator und Gastgeber hat die Wette gewonnen!!!!!

                                           

Im November 2018 hatte sich Michael selber herausgefordert (der iss ja schon ein bisschen irre) bis zur Net&Work mindestens 10 Kilos abzuspecken. Jetzt war es so weit. Herr Balboa kam in blauen Socken, Boxhandschuhen und Bademantel auf die Hauptbühne gehüpft, hat sich nackig gemacht und die Waage der Wahrheit betreten. ÜBER 11 KILOS abgenommen!!!!!!

Die kompletten Wetteinnahmen von 5.000 EUR werden umgehend für einen guten Zweck (Herzenswünsche) gespendet.

 

Kleine Pause.
Die Füße qualmten und jeder hatte sich gegen Mittag eine kleine Auszeit verdient.     

Wo aber zuerst hingehen? Fünf Sterne Catering? Massagesessel? Airbrush Tattoo (für die Weicheier, die Angst vor Nadeln hatten)? Das Angebot war gigantisch und hatte oberstes Niveau.

Wenn einer die Chance hatte Michael zu erblicken, sich zu krallen, dann ‘Herzlichen Glückwunsch’. Aber er hatte immer genügend Zeit Hallo zu sagen, Fragen zu beantworten und so viele wie möglich zu begrüßen (über 1.400 Besucher).

Der Tag ist natürlich viel zu schnell vorbeigegangen. Als hätte man den Vorspulknopf am Videorekorder gedrückt (dieses Gerät kennen alle ab 47).

Resümee: Kompliment an den Händlerbund und alle Menschen, die sich so ins Zeug gelegt haben, dass Net&Work 2019 eine perfekte Mischung aus Professionalität und Entertainment gelungen ist. Die Motivation und Planung haben sich gelohnt. Mega Job, DANKE!

Ach so… auf der berühmt berüchtigten After-Show-Party…soll ich wirklich was dazu sagen?

Geiler Abschluss! Aus -Sie- wurde -Du-, das Essen noch einmal grandios, Kontakte intensiviert, der DJ hat begeistert, mega Dia-Show, das Kiwi-Bier wurde zaghaft probiert, die Anspannung ist gebröckelt, viele Selfies gemacht und mehr sag’ ich nicht.

Leute: Das war ein Tag!

 

    Aktueller Nachtrag zu der Wall of Rockstars, von Michael Autg:

Danke an Micha Augstein für die Wall, alle die unterschrieben haben und an Benedikt Sauter der sie für 2.500 € ersteigert hat“

 

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Bildrechte M.Atug, Händlerbund
Marco Hackl www.shootingline.de