E-Commerce Marke verkaufen – 10 Dinge die man wissen sollte

E-Commerce Marke verkaufen – 10 Dinge die man wissen sollte

Gastbeitrag von Wilhelm Reich:

10 Dinge
nach denen Käufer suchen, wenn sie eine E-Commerce Marke kaufen

Immer mehr Investoren steigen auf den
E-Commerce Zug und wollen erfolgreiche E-Commerce Marken kaufen, die zu
einem noch größeren Erfolg führen. Für Sie als E-Commerce Unternehmer
klingt das gut, nicht wahr? Warum seine E-Commerce Marke nicht an den
Höchstbietenden verkaufen und die Früchte seiner langjährigen harten
Arbeit genießen?

Die Wahrheit ist aber auch, dass trotz der
gestiegenen Anzahl an Interessenten, die Zahl der tatsächlich verkauften
E-Commerce Marken nicht mit gestiegen ist. Das liegt nicht etwa daran,
dass es nicht genug zu verkaufende Marken gibt, sondern dass diese
einfach zu durchschnittlich sind und in der Masse untergehen.

Bevor Sie also Ihren E-Commerce Store zum Kauf anbieten
beispielsweise über Dragonflip – stellen Sie sicher,
dass Sie ihn auf Hochglanz bringen. Hier sind 10 Punkte, die sich
potenzielle Käufer vor dem Handschlag genau anschauen sollten.

1. Wachstumstrends

Keiner setzt auf ein müdes Pferd. Investoren
wollen wissen, dass Ihre Marke auch in Zukunft erfolgreich weiter
wächst. Daher schauen Sie sich die folgenden Kennzahlen ganz genau an:

  • Umsatzerlöse über das Jahr hinweg,
    inklusive Umsatzwachstum über die Jahre und von Monat zu Monat
    gesehen, sowie die Umsatzprognose für die Zukunft.
  • Umsatz per SKU (Stock-Keeping Unit): Was
    ist der Trend und Produktlebenszyklus einer SKU? Wie viel Leistung
    steckt noch in jedem Produkt?
  • Organisches Wachstum über das Jahr
    hinweg
    mit den bestehenden Produkten,
    also ohne sich auf die Einführung neuer Produkte am Markt verlassen zu
    müssen.

Erstellen Sie am besten eine Übersicht dieser
Kennzahlen, die dem potenziellen Käufer alle Informationen auf einen Blick
darlegt.

2. Finanzielle
Kennzahlen

Ohne Zweifel sind die finanziellen Kennzahlen
für potenzielle Käufer die interessantesten Anhaltspunkte, um sich für
oder gegen den Kauf zu entscheiden. Interessenten werden vor allem die
folgenden Zahlen genau unter die Lupe nehmen:

  • Umsatzerlöse, jährlich und monatlich
  • Betriebsergebnis
  • Umsatztrends und -wachstum
  • Kosten für Mitarbeiter oder Freelancer
  • Plattformgebühren (Amazon, eBay,
    Webshop-Provider, etc.)
  • Kosten für genutzte Software und
    Agenturen
  • Einkaufskosten
  • Werbekosten

3. Markenphilosophie
(Brand Synergy)

Investoren suchen Marken, die eine tief
verwurzelte Kernphilosophie aufweisen. Ihre Marke ist das Zusammenspiel
zwischen Ihrer Kernphilosophie und was Sie Ihren Kunden versprechen. Je
gezielter Sie Ihre Marke im Hinblick auf eine Vision aufbauen, desto
größer ist Ihr Wiedererkennungswert und desto effektiver Ihr Branding.

Denn Investoren wollen wissen:

  • Wie groß ist Ihre Markenbekanntheit? Suchen
    Kunden in Ihrer Nische nach Ihrem Markennamen? Kennen sie Ihre Marke
    und begeistern sie sich dafür?
  • Spricht Ihr Produktsortiment eine
    konkrete Zielgruppe an?
     Gefällt es Kunden vor,
    während und auch noch nach dem
    Kauf?
  • Bieten Sie einzigartige Produkte? Egal
    ob auf Design, Patente, Pakete oder Spitzenpreise bezogen –
    Einzigartigkeit bedeutet meist eine größere Gewinnspanne.

Stellen Sie also sicher, dass Ihre
Markenphilosophie für alle Beteiligten verständlich formuliert ist und
dass die Botschaft in all Ihren Marketing- und Branding Aktivitäten
sichtbar ist.

4. Wiederholungskäufe

Auch immer interessant für Investoren: kommen
die Kunden wieder?

Es ist für jeden E-Commerce Store einfacher
und günstiger an bereits bestehende Kunden zu verkaufen, als neue Kunden
zu akquirieren. Die Überzeugungsarbeit, die Sie über Ihr Marketing
leisten müssen um einen Kunden zum wiederholten Mal zum Kaufen zu
animieren, ist um einiges geringer, als für potenzielle Erstkunden, die
Ihren Shop und Produkte noch nicht kennen.

Wiederholungskäufe belegen außerdem die
Zufriedenheit der Kunden. Sie deuten auf ein in Zukunft stabiles
Unternehmen hin und verleihen einem Produkt einen höheren Lifetime
Value.

Fördern Sie daher Wiederholungskäufe, indem Sie Ihre
bestehenden Kunden nicht links liegen lassen, sondern auch nach ihrem
Kauf immer wieder gezielt an Ihre Produkte erinnern. Das machen Sie
beispielsweise über einen Newsletter, oder indem Sie die Bestellbestätigung optimieren und
darin beispielsweise Rabatte auf den nächsten Kauf anbieten.

5. Supply Chain

Auch in der Lieferkette wiegen potenzielle
Käufer sich gerne in Sicherheit und werden fragen:

Mit wie vielen Lieferanten arbeiten Sie
zusammen?
 Wenn einer ausfällt, kann ein
anderer fix dessen Bestellungen übernehmen?

Mehr als ein Lieferant bedeutet weniger
Chancen auf Ausfälle, späte Lieferungen und Qualitätseinbrüche und geben
daher jedem Investor ein beruhigendes Gefühl. Unterschiedliche
Lieferanten in unterschiedlichen Ländern sind ein weiteres Plus für den
Fall von Tarifänderungen in einem der Länder.

6.
Produkt-/Unternehmenserweiterung

Was sind Ihre Pläne für zukünftiges Wachstum?
Wie wollen Sie Ihre Produktpalette oder -sortiment erweitern oder Ihr
Unternehmen aufs nächste Level heben?

Investoren suchen dabei keine vagen Aussagen
über mögliche Wachstumschancen, sondern konkrete Pläne, beispielsweise
über:

  • Einführung von Produkt X in den
    nächsten Y Monaten
  • Bestellte Muster
  • Verhandelte Kosten
  • Umsatzerwartungen

Diese Zahlen und Pläne geben das beruhigende
Gefühl, dass die E-Commerce Marke auch in Zukunft erfolgreich sein kann.

7. Finanzprognose

Potenzielle Käufer interessieren nicht nur
die aktuelle finanzielle Lage, sondern auch wie die Prognose für die
nächsten ein oder zwei Jahre und sogar darüber hinaus aussieht.

Klar kann man die finanzielle Entwicklung nie
100 % vorhersagen. Aber eine auf beständiger Budgetierung und Optimierung
fundierte und solide Prognose hat Hand und Fuß, und überzeugt den Käufer
von der vielversprechenden Zukunft Ihrer E-Commerce Marke.

8. Tägliche
Arbeitsabläufe

Potenzielle Käufer wollen immer wissen,
welche Art und Umfang an Arbeit auf sie zukommen würden. Sie werden
fragen:

  • Wer übernimmt die täglich anfallenden
    Tätigkeiten des operativen Geschäfts? Der Verkäufer? Oder hat er ein
    Team hinter sich, das die meiste Arbeit übernimmt?
  • Wie viele Stunden pro Woche oder Monat
    bringt der Verkäufer für sein E-Commerce Unternehmen auf?
  • Wer kümmert sich um die Entwicklung der
    Produkte und des Unternehmens?
  • Sind SOPs (Standardarbeitsanweisungen)
    vorhanden, die eine Einarbeitung erleichtern?

In diesem Sinne gilt: je mehr Arbeit Sie als
Verkäufer entweder abgeben oder automatisieren können, desto
interessanter wird Ihr Unternehmen für potenzielle Käufer. Kein Käufer
sucht eine E-Commerce Marke für die er 60 Stunden die Woche ackern muss,
um sie allein am Laufen zu halten, nur um Geld zu sparen.

Ein erfolgreiches, für Käufer spannendes
E-Commerce Unternehmen kann sich die Mitarbeiter oder Programme leisten,
um den Besitzer vom größten Teil der alltäglichen Arbeitsabläufe und
Backoffice-Tätigkeiten zu entlasten. Versuchen Sie als Verkäufer daher,
sich so weit wie möglich vom operativen Geschäft zu lösen, bevor Sie
Ihre Marke zum Verkauf anbieten.

9. Unterschiedliche
Vertriebskanäle

Viele E-Commerce Unternehmen setzen nur auf
Amazon als Vertriebskanal. Oder nur auf Ihren eigenen Webshop. Oder nur
auf eBay.

Und für den Anfang ergibt das natürlich Sinn.
Sich lieber auf einen Kanal zu konzentrieren, die Verkäufe hier
optimieren und anfangen, Gewinn zu machen. Und der Verkaufsriese Amazon
bietet sich hierfür hervorragend als ersten Schritt an.

Aber Amazon ist weder die einzige noch einzig
wahre Möglichkeit, seine Ware zu verkaufen. Je mehr Vertriebskanäle man
anzapft, desto größer die Reichweite und Zukunftsträchtigkeit eines
Shops. Deshalb expandieren erfolgreiche E-Commerce Marken eher früher
als später in weitere Vertriebskanäle. Für potentielle Käufer ist dies
ein vielversprechender Hinweis auf die Zukunft der Marke.

Mindestens 30% Umsatz außerhalb Amazon
einzufahren ist ein guter Richtwert.

10. Sauber geführte
Geschäftsbücher

Eigentlich selbsterklärend. Kein Interessent
wird sich zum Kauf überzeugen lassen, wenn die Geschäftsbücher
undurchsichtig, unvollständig oder unverständlich geführt sind. Das
hinterlässt kein gutes Gefühl in der Magengegend.

Vorteilhaft ist hierbei außerdem, wenn die zu
verkaufende Marke ihre eigenen Geschäftsbücher aufweist und nicht mit
anderen Marken des Verkäufers kombiniert ist. Das macht die Prüfung der
Finanzen um einiges einfacher und vertrauensvoller.

Fokus auf Finanzen

Keine Sorge! Sie müssen nicht alle
10 Punkte erfüllen, um Ihre E-Commerce Marke
gewinnbringend zu verkaufen. Wenn Sie nicht alle 10 Punkte abdecken
können, fokussieren Sie sich auf die wichtigsten Metriken: die Finanzen.

Saubere Finanzen sind wichtiger als (fast) alles andere.
Sie müssen Ihre
Finanzkennzahlen in- und auswendig kennen, sauber dokumentieren und dem
Käufer verständlich darlegen können. Ansonsten kauft Ihnen –
wortwörtlich – keiner Ihr Unternehmen ab.

Aber mit jedem dieser 10 Punkte, die Sie
erfüllen können, heben Sie Ihre Marke aus der durchschnittlichen Masse
hervor, erhöhen deren Verkaufschancen und begünstigen ein Angebot näher
an Ihren Preisvorstellungen.

Über den Autor

Wilhelm Reich

Wilhelm Reich

Wilhelm Reich ist Geschäftsführer der
Dragonflip LLC. Er ist erfahrener Business Broker mit Spezialisierung
E-Commerce und hilft Shopbetreibern, Ihr Unternehmen zu verkaufen. Er
ist Mitglied der International Business Broker Association (IBBA) und
hat in den letzten Jahren zahlreiche Transaktionen erfolgreich
begleitet.

        

Michael Atug vs. Oliver Pocher – Opening auf der Net&Work 2019

Michael Atug vs. Oliver Pocher – Opening auf der Net&Work 2019

Das heiß begehrte und langersehnte Video vom sympathischen Schlagabtausch zwischen Oliver Pocher und Michael Atug ist da.

Ganze dreißig Minuten haben sich die beiden über E-Commerce, Promiklatsch und Digitalisierung unterhalten, Gemeinsamkeiten entdeckt und den Besuchern der Net&Work E-Commerce Messe 2019 in Frankfurt eine erstklassige Show geboten.

Über 1.000 Messebesucher lauschten der Eröffnungsshow mit dem einstigen VIVA Moderator. Diese Zeit hat Oliver Pocher hinter sich gelassen und ist respektabler Weise erwachsener geworden, hat aber weder an Bissigkeit noch an originellem Humor eingebüßt.

 

 

Sogar die eingefleischten Skeptiker und Kritiker, gaben zu, dass sich der TV-Star gut auf die Thematik Onlinehandel vorbereitet hatte und waren von seiner Bodenständigkeit und reflektierten Meinung beeindruckt.
Bestimmt haben einige erwartet, dass der schlagfertige Entertainer das Publikum und die Bühne im Alleingang an sich reißen, das Ding rockt und Michael Atug nicht mehr zu Wort kommen würde. Weit gefehlt.

Die beiden haben sich die Bälle gekonnt zu gespielt und Michael hat mit gezielten Fragen interessante Ansichten rausgekitzelt. Er ist professionell auf seinen Gast eingegangen und konnte pointiert witzige Retourkutschen liefern. Es war ein harmonisches Zusammenspiel, als hätten die beiden schon des Öfteren zusammen auf der Bühne gestanden.

 

 

Oliver Pocher hat vielen aus der Seele gesprochen, und eine gesunde Bodenständigkeit bewiesen. Er gab zu, dass er gerne Ladengeschäfte und Fachhändler unterstützen möchte, aber wie viele andere Kunden, ebenso günstige Preise, schnellen Service und das vielfältige Angebot im Internet bevorzugt. Trotzdem wünscht er sich mehr Transparenz im Onlinehandel, persönliche Kommunikation und Kontaktpflege.

Er sieht und beurteilt die Situation von Plattformen mit einer Monopolstellung sehr kritisch und gefährlich. Nicht nur AMAZON, sondern ebenfalls bei Google oder Facebook.

Michael Atug scheut sich nicht detailliertere Fragen zu stellen und sein Sparringpartner scheut sich nicht davor, alle zu beantworten. Intelligent, weitsichtig und sehr ehrlich. Seiner Ansicht nach, ist z. B. die Digitalisierung ein Lebensumstand, der noch nicht perfektioniert ist, aber mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt. Die Menschen sollten ihn nicht ständig verteufeln, sondern sich mehr damit auseinandersetzen und intelligent nutzen.

 

 

Das Bühnenprogramm war ein absolutes Highlight auf der Net&Work. Mit zwei gleichstarken Persönlichkeiten, die sich perfekt ergänzt haben.
Wollt Ihr wissen, welche Anekdoten Oliver Pocher ausgepackt hat?
Welche privaten Geschichten der aktuelle “Let’s Dance” Star Preis gegeben hat?

 

Hier ist das Video:

Video mit Michael Atug vom Panel der INTERNET WORLD EXPO 2019

Video mit Michael Atug vom Panel der INTERNET WORLD EXPO 2019

Ein Resümee vom Panel: Online-Marktplätze aus Händlersicht

Hier gibt es ein Recap und Live Video von der Gesprächsrunde aus München, der INTERNET WORLD EXPO 2019.
Drei Experten diskutieren über die Vor- und Nachteile für Onlinehänder auf den unterschiedlichen Marktplätzen. Eine
spannende und informative Runde, mit viel Input.

Die drei Gesprächspartner und Info-Lieferanten sind:

  • Michael Atug, CEO von MAW und Betreiber von „Multichannel Rockstars“
  • Stephanie Oppitz, Gründerin WindelManufaktur, Gewinnerin von Amazons „Unternehmerinnen der Zukunft“ 2017
  • Oliver Lucas, GF von ecom consulting GmbH, Unternehmensberatung

 

Nach wenigen Minuten war klar: Das Thema „Wie glücklich machen Amazon, eBay und Co. ihre Verkäufer“ hätte ein ganzes Abendprogramm füllen können.
Es gibt zu viele Variable, subjektive Erfahrungen und eine Vielfalt an Produkten, die (Miss)Erfolge auf einer Verkäuferplattform bestimmen können.
Die erste Frage an Michael Atug „Was die beste Plattform für den Onlinehändler sei“ wird auch dementsprechend von ihm beantwortet, dass es von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist.
Fakt ist, dass für die meisten Onlinehändler Amazon an erster Stelle steht und sie damit den größten Umsatz bestreiten. Aber die Artikel und/oder der Service bzw. die Zusammenarbeit mit dem Betreiber, sind wichtige Aspekte, wie und warum ein Händler eine Plattform für geeignet oder weniger geeignet hält.

Stephanie Oppitz ist Amazon Seller und betreibt ihren eigenen Onlineshop. Sie betont, dass diese zwei Vertriebswege für ihre Produkte perfekt sind. Hier hat sie die Möglichkeit detailliert in Bild und Text auf ihre Artikel einzugehen und kann eine persönliche Kundenbindung aufbauen.

Für sie ist eBay z. B. keine Option. Die Möglichkeit der Präsentation schränke sie ein und ihre High-End Produkte finden nicht das gewünschte Klientel. Das konnte Oliver Lucas bestätigen und berichtete, dass laut einer Umfrage von 160 Händlern einige Artikel bei Amazon floppen, aber dafür bei eBay der Hit sind. Das unterstrich ganz klar, dass es keine Geheimformel bzw. allgemeine Lösung für einen perfekten Marktplatz gibt.

 

Was nun? Wie lautet die Antwort? Mal alles ausprobieren?

Basierend auf seinen langjährigen Erfahrungen, engem Kontakt zu einzelnen Betreibern und intensivem Beobachten der unterschiedlichen Märkte, legt Michael Atug jedem Onlinehändler ans Herz:

„…Multi-Channel-Marketing! Verlasst euch nicht auf einen Anbieter. Im Moment ist für die meisten Amazon die Nummer Eins. Aber das kann sich in einer Sekunde ändern. Es gibt keine Planungssicherheit.
Immer in mehreren Märkten positionieren. Und ja, ausprobieren (rakuten, real, otto.de etc.), das kann vor einem kompletten Ausfall der Einnahmen schützen, wenn ein Account dicht gemacht wird. Kombiniert Onlineshop und/oder verschiedene Marktplätze…“.

 

 

 

Der Gründer von ecom consulting GmbH Oliver Lucas hatte ebenfalls wertvolle Denkanstöße für die Zuschauer. Seine Statistik belegt, dass über 40% der Onlinehändler keinen Webshop haben, also noch Möglichkeiten und Ressourcen offen sind, um sein Geschäft zu stabilisieren und zu ergänzen.

Des Weiteren machte er auf das Problem aufmerksam, dass es bisher kein Tool für die Auswertung der verschiedenenen Marktplätze gibt. Das bedeutet, dass via Excel eingetragen und analysiert werden muss. Ein zeitaufwendiger Prozess.
Das Panel hat deutlich gemacht, wo es Nachholbedarf im System und Service der Plattformbetreiber gibt, hat aber ebenfalls klare und professionelle Ansätze geliefert, wie die Onlinehändler ihr Geschäft kräftigen können und wiederholt darauf hingewiesen, nicht eingleisig zu fahren.

Hier könnt Ihr Euch das komplette Video anschauen:

 

Bildnachweise: Internet World EXPO 2019 am Dienstag (12.03.2019) in München. Foto: Marc Müller/dedimag/InternetWorldEXPO

Michael Atug mit voller Energie bei Micha Augstein PARCEL.ONE

Weil ich immer und immer wieder gefragt, wer eigentlich dieser Micha Augstein ist, der nahezu immer eine Antwort am Start hat zum Thema LOGISTIK und auch “was zur Hölle machen die da bei PARCEL.ONE eigentlich?”

Hier die Antworten in einem Video das wir bei einem Rundgang durch die heiligen Hallen von PARCEL.ONE gemacht haben.

Micha hat mir „kurz“ erklärt, was so seine Leidenschaft ist und was PARCEL.ONE besonders macht.
OK. „Kurz“ ist gelogen … aber ich habe ihn nach 20 Minuten langsam stoppen können ?

PS: Inklusive Stunt Einlage mit tagelangen Nachwirkungen…..

Von 0 auf 1000 x Amazon – Dann Ende – Und jetzt?

Ein Gastbeitrag von:

Attila Eördögh, wohnideenshop GmbH

Ich wurde gefragt, etwas über meine Erfahrung im Onlinehandel der letzten 14 Jahre zu schreiben. 14 Jahre zusammenzufassen ist schwierig.

Mit eBay fing alles an, das war der Startschuss. Ich bin mit 100,- EUR ins Kaufland gegangen, habe verschiedene Artikel eingekauft, dann verkauft und mein Nebengewerbe angemeldet. Das gefiel mir. So wollte ich gewerblich Geld verdienen.
Der nächste Schritt war unterschiedliche Messen zu besuchen und da bin ich in Frankfurt gelandet. Dort fragte man mich, was ich mache und ich antwortete „ Ich habe einen Onlineshop“ – „Was ist das?“. Aus irgendeinem Grund habe ich damals gedacht, ich müsste es verheimlichen, weil es noch nicht so bekannt war.
Nach 2 Jahren auf eBay recherchierte ich und fragte bei Amazon an, ob ich etwas verkaufen kann. Man sagte mir, dass man noch nicht so weit ist, ‘würde aber eine Ausnahme machen’. Ich meldete mich an und verkaufte.

Total naiv und mit null Erfahrung erhielt ich die erste Abmahnung wegen fehlender AGBs. Na gut, habe ich bezahlt und weiter ging es. Es funktionierte. Sehr wenige Verkäufer und man konnte alles in kurzer Zeit verkaufen. Die Umsätze kletterten ohne Ende. Bin aus der Wohnung in eine Halle gezogen, habe Mitarbeiter eingestellt und bei vielen Lieferanten in Deutschland und Europa bestellt. Ich habe über 30 Tausend Artikel im Monat verkauft. Es vergingen 5 Jahre und 3 Abmahnungen und Anzeigen von privaten Kunden und angeblichen Konkurrenten, mit ständigen Gerichtsverhandlungen. Hier stellte ich mir die Frage: Wo führt das alles mal hin?
Amazon zahlt keine Steuer und Abgaben, erhält Provisionen und behauptet, es wäre kein Geld übrig. Sollte ich das glauben? Was läuft da? Ich verglich Amazon mit eBay, Google, Facebook. Es endete immer mit dem Ergebnis, dass Amazon eines Tages der Gewinner sein würde. Jedes Mal, wenn ich Geld übrig hatte, kaufte mich bei Amazon ein. Das war das Beste in meinem Leben.

Vor ca. 3 Jahren hatte ich meinen besten Monat. Viele Artikel auf der ersten Seite gelistet und ein Artikel Stand von 500.000 Badartikeln auf Platz 1.
Dann klingelte das Telefon und Amazon rief an. Warum ging ich nur an dieses Telefon?!?!
Ein Mitarbeiter wollte, dass ich den Artikel an Amazon abgebe, aber ich lehnte es ab und am nächsten Mittag war ich gesperrt. Nach 3 Monaten wurde der Shop wieder frei gegeben und Amazon meinte, es wäre ein Versehen gewesen. Das Arbeitsamt zahlte Kurzarbeitergeld, was uns zusteht bei einer Sperrung. Aber es war vorbei. Ich war überall nicht mehr vorne gelistet und ich entschied mich dafür alles runter zu fahren.

Eine Abschaltung geschieht meistens aus dem Grund, dass ein Verkäufer kleingehalten werden soll. Ein Verkäufer oder Lieferant darf nur so lange groß werden bzw. bleiben, wie Amazon an ihm Anteile hält. In Indien kauft sich dazu Amazon bei vielen ein und übernimmt Anteile, was die Regierung zum 1. Februar gesetzlich verändert hat. Danach kamen die Verkäufer aus dem Ausland und es wurde noch weniger. Ich probierte alles aus, die Lieferung an Amazon Prime und als Vendor, aber ich konnte nie wieder die früheren Umsätze erzielen. Ich wusste: Die Zeiten sind vorbei. Ich hatte eine Marke, eigene EANs und Produkte, die andere nicht hatten, aber wenn Amazon nicht möchte, dass du viel verkaufst, dann ist es vorbei.

Zu dem Thema Vendor:

Bei jedem sechsten Paket, was ich an Amazon schickte, wurde dort behauptet, dass Artikel im Karton fehlen würden. In Indien muss daraufhin erst mal Widerspruch eingelegt werden. Das nervte so sehr, dass ich damit aufhörte und mich fragte, wieso das alle Lieferanten mit machten. Auf der Messe sagten mir einige, dass Sie von Amazon mehr Geld verlangten, um das wieder rein zu holen. Als Lieferant erfuhr ich, dass das Porto auf den Artikelpreis gerechnet wird und die Prime Gebühr eine Service Gebühr ist und Amazon das Geld nicht für das Porto verwendet, sondern 30% vom Preis als Gewinn kalkuliert.

Wie? 30% und bei bald 300 Milliarden Umsatz fast kein Gewinn? Wo geht das Geld hin und wer profitiert von diesem Unternehmen, fragte ich mich.
Nebenbei las ich alle Nachrichten von Amazon aus der ganzen Welt, um zu wissen, was kommt. Amazon hat mit Prime (nun über 100 Millionen Mitgliedern) und Alexa etwas geschaffen, was kein anderer Mitbewerber hat. Amazon hat alle abgehängt und keiner hat die Chance zu konkurrieren.

Mit den 30% , die übrig bleiben, wird etwa jeden Monat eine Firma aufgekauft, sich daran beteiligt, Lagerhäuser gebaut und in die Entwicklung gesteckt. Bezos sagte, im nächsten Jahrzehnt machen wir Kasse. Ich lasse mich überraschen. Der Einzelhandel, die Großhändler und Verkäufer auf Amazon sind die Verlierer.
Herr Kleber von Amazon in Deutschland hat die Aufgabe gehabt zu Weihnachten 2018 den Umsatz um 20% zu erhöhen. Falls die Käufer nicht mehr ausgeben, werden Verkäufer gesperrt. Und wenn Amazon 30% netto verdienen möchte und die Verkäufer 15% Provision bezahlen, dann ist das zu wenig. Aber wer einlagert und für Werbung mehr ausgibt, darf weiter machen. Ich werde aber nicht gegen Prime werben.

Ich hatte auch mal was in einer facebook Gruppe über Amazon geschrieben. Folge: Ich wurde in dieser Gruppe gesperrt und bei amazon gesperrt. Wer da wohl mit liest!?
Die Politik und das Kartellamt in Deutschland wird nichts gegen Amazon unternehmen, mal sehen wo die Reise hingeht. Beinahe aufzuhören, war meine schwerste Entscheidung in meinem Leben, aber es war richtig.

Es sollte jeder aufpassen, keine Schulden zu machen und immer für die Sperrung oder den Absprung vorbereitet zu sein.